Rentenreform entlastet Beitragszahler

Die scharf kritisierte Rentenreform 2000/2001 ist besser als ihr Ruf. Dies geht aus einer Untersuchung der Prognos AG – im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – hervor.

Zweifelsfrei gibt es wenige Reformen, die derart massiv kritisiert wurden, wie die Rentenreform der Jahrtausendwende mitsamt Riester Rente, betrieblicher Altersvorsorge beziehungsweise Rentenniveau-Absenkung aufgrund Verschiebung der Rentenanpassungen. In diesem Sinne wird immer wieder über das Scheitern der Riester Rente oder einer aufgrund fehlender, sinnigen Rentenmodifikation drohenden Altersarmut berichtet. Doch ist das Zwischenergebnis der einst implementierten Reform wirklich derart schlecht?

Dass dem nicht so ist, hierüber berichtet der GDV in einer Pressemeldung und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Prognos-Studie. Demnach bewirkt die Reform, dass der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 deutlich gebremst werden kann. „Ohne die Reformen läge der Beitragssatz laut Studie schon heute 1,6 Prozentpunkte höher – bei 20,3 Prozent statt aktuell 18,7 Prozent. Bis 2040 bremsen die Reformen den Anstieg des Beitragssatzes insgesamt um gut 6 Prozentpunkte. Statt auf 29,7 Prozent (plus 11,0 Prozentpunkte) steigen die Beiträge nur auf 23,8 Prozent (plus 5,1 Prozentpunkte)“, berichtet der GDV. Nichtsdestotrotz wird bis 2040 das Rentenniveau – wie politisch vorgesehen – kontinuierlich auf schlussendlich 41,9 Prozent abfallen.

Es liegt somit um 8,3 Prozentpunkte unter dem Level, welches insbesondere ohne Reform erreichbar gewesen wäre. Bereits heute beträgt dieser Unterschied etwa 3 Prozent. Wie der GDV informiert, geht etwa die Hälfte des Rückgangs auf die Riester-Reform im Jahr 2001 zurück. „Die Riester-Rente und die Befreiung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) von Sozialabgaben sowie die nachgelagerte Besteuerung wurden darum eingeführt, um die durch diese Reform entstehende Rentenlücke zu schließen“, heißt es in der GDV-Pressemeldung. Ein Unterfangen, welches auch funktioniert. So errechnet die Studie, dass ein Rentner mit 47 Beitragsjahren aus einem voll besparten Riester-Rentenvertrag eine monatliche Leistung von 306 Euro respektive 294 Euro aus einer vergleichbaren Betriebsrente erhält.

Im Umkehrschluss muss er bei gleichem Zeitraum mit aller Wahrscheinlichkeit 189 Euro weniger gesetzlichen Rente rechnen. „Die durch die Riester-Reform von 2001 entstehende Rentenlücke wird durch die geförderte Altersvorsorge erfolgreich geschlossen“, stellt GDV-Präsident Alexander Erdland fest. Dennoch warnt der GDV- Oliver Ehrentraut, Leiter Volkswirtschaft der Prognos AG, davor, dass die Zusatzvorsorge hinzugekommene Reformen künftig nicht vollständig ausgleichen kann und bezieht sich im wesentlichen auf zusätzlichen Belastungen durch die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors 2004. Die Riester-Rente fange zwar auch die Wirkung dieser Reform für die Versicherten überwiegend auf. „Vor allem der „Riester-Deckel“, also die nominale Fixierung der steuerlichen Förderung auf einen Höchstbetrag von 2.100 Euro, führt schon bald dazu, dass auch Normalverdiener ihre Verträge nicht mehr im notwendigen Umfang besparen können“, so Ehrentraut.

Folglich wünscht sich der GDV, dass der geplanten Anhebung der Riester-Förderung um 11 Euro sowohl bei der Zulage als auch bei den Höchstbeiträgen weitere Schritte folgen sollten. „So könne man die Einkommensentwicklung der letzten 15 Jahre nachholen – und sicherstellen, dass die Riester-Rente ihre Aufgabe auch künftig erfüllt“, heißt es hierzu in der GDV-Pressemeldung.

Quelle: www.gdv.de