Wertentwicklung Geldanlage 2016: Weniger Menschen zufrieden als im Vorjahr

Zunehmend weniger Sparer in Deutschland zeigen Zufriedenheit, wenn es sich um die Wertentwicklung der eigenen Geldanlagen handelt. Einhergehend hierzu verspüren auch immer weniger Deutsche das Bedürfnis Geld anzulegen. Stattdessen wir das Geld verstärkt ausgegeben. Dies zeigt die aktuelle Umfrage „Geldanlage 2016/2017“ des Bundesverbandes deutscher Banken.

Die Niedrigzinsphase zeigt zunehmend ihre Spuren im Verhalten der deutschen Bankkunden. So zeigt sich derzeit noch 47 Prozent der Anleger zufrieden mit der Entwicklung seiner Geldanlage. Gegenüber dem Vorjahr sind dies 6 Prozent weniger. Generell hat der Anteil der geldanlegenden Deutschen einmal mehr gegenüber den Vorjahren abgenommen. Teilten laut Bankenverband-Umfrage noch vor 2 Jahren immerhin 57 Prozent der Befragten mit, dass sie Geld anlegen werden, waren es in der aktuellen Studie gerade noch 45 Prozent.

„Vor allem die 18- bis 29-Jährigen und die Senioren (ab 60 Jahre) haben nach Ergebnissen der Studie 2016 weniger investiert“, berichtet die Pressemeldung des Bankenverbandes zu den Studienergebnissen. Mit Blick auf das Jahr 2016 als Ganzes hat das Sparkonto als Anlageprodukt erheblich an Zustimmung verloren. Um 9 auf nun 22 Prozent ist die Beliebtheit in 2016 gegenüber dem Vorjahr bei den Umfrageteilnehmern gesunken und liegt somit gleichauf mit dem Tagesgeld. Einbußen mussten an dieser Stelle auch Festgeld (Rückgang um 7 auf 11 Prozent) und festverzinsliche Wertpapiere (Rückgang um 3 auf 6 Prozent) erfahren. „Fondsanteile (20 Prozent), Immobilien (17 Prozent), Aktien (16 Prozent), Gold (6 Prozent) und andere Edelmetalle (2 Prozent) sind in der Gunst der Anleger mehr oder weniger konstant geblieben“, informiert die Bankenverband-Pressemeldung.

„Das Sparkonto gilt nicht mehr als unangefochtener Favorit der Anleger. Produkte mit besseren Renditechancen, die natürlich auch mit einem höheren Risiko verbunden sind, profitieren davon aber nicht“, stellt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, fest. So zeigt dann auch die Befragung nach dem Anlageverhalten, dass bei Deutschen die Risikoaversion nur marginal gesunken ist. Im Detail erklärten 90 Prozent der Befragten, dass sie kein höheres Anlagerisiko zugunsten einer möglicherweise besseren Rendite eingehen würden. „Dies ist keine gute Nachricht, denn eine langfristige Vermögensplanung kommt in der weiterhin anhaltenden Niedrig(st)zinsphase ohne Anlageformen mit höheren Renditechancen nicht aus“, so Kemmer.

Wenn Deutsche einen entsprechend hohen Geldbetrag für eine Investition fiktiv zur Verfügung hätten, würde dieser zuallererst in Immobilien fließen. 38 Prozent favorisieren an dieser Stelle das Betongold (Mehrfachnennung möglich). Für 26 Prozent wären Fondsanteile lukrativ, 23 Prozent würden ihr Geld auf dem Sparkonto oder via Tagesgeld beziehungsweise Aktien investieren. Immerhin 22 Prozent erklärten zudem, dass eine Investition in Gold für sie denkbar wäre. 20 Prozent würden auf Festgeld und 18 Prozent auf festverzinsliche Wertpapiere setzen.

Quelle: www.bdb.de