Entwicklung Riester-Verträge: Fonds laufen, Rest stagniert oder konstatiert Bestandsrückgang

Die Anzahl der Riester-Verträge ist im ersten Quartal 2018 gegenüber Ende 2017 um 9.000 Policen gesunken. Besonders Versicherungs- als auch Banksparverträge verzeichneten dabei einen satten Rückgang. Stattdessen lief das Neugeschäft für Fondsverträge in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres recht gut an. Dies zeigen aktuelle Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Entwicklung Riester-Verträge: Fonds laufen, Rest stagniert oder konstatiert Bestandsrückgang

Als im Jahr 2008 der so genannte Wohn-Riester beziehungsweise die Eigenheimrente eingeführt wurde (und Ende des Jahres gerade einmal 22.000 Verträge aller gesamten Riester-Verträge ausmachte), lag der Riester-Gesamtbestand bei rund 12,25 Millionen Euro. Für den Bärenanteil von etwa 9,3 Millionen Policen zeichneten sich seiner Zeit die Versicherungsverträge verantwortlich, die auch noch Ende 2012 satte 11,02 Millionen von 15,75 Millionen Riester-Verträgen ausmachten. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch das dynamische Wachstum der Riester-Verträge (vorerst) gestoppt.

Maximal in kleinen Schritten konnte der Riester-Bestand in den Folgejahren ausgebaut werden. Ende des ersten Quartals 2018 lag er bei 16,584 Millionen Policen – ein Rückgang gegenüber Ende 2017 um 9.000 Verträge. Daneben soll laut einer BMAS-Schätzung aus dem letzten Jahr etwa jeder fünfte Vertrag „ruhen“. Diese Schätzung des Anteils der ruhenden Riester-Verträge stützt sich auf Zahlen der BaFin aus dem Bereich Versicherungsaufsicht zum Anteil der beitragsfreien Riester-Rentenversicherungen am Bestand dieser Versicherungen.

Betroffen vom Bestandsrückgang der letzten Jahre sind insbesondere die Versicherungsverträge. Ende 2015 lag der Bestand bereits unter der 11 Millionen-Grenze. Stand Ende März 2018 beträgt die Anzahl der Riester-Versicherungspolicen 10,84 Millionen und reduzierte sich somit gegenüber Ende 2017 um weitere 24.000 Policen – obgleich sich die Branche vom just in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetzes mutmaßlich einen Schub erhoffte. Riester-Versicherungsprodukte scheinen dringend einen neuen Anstrich zu gebrauchen: Nicht ohne Grund setzt sich der GDV für ein standardisiertes Riester-Produkt als neues Angebot ein.

Doch auch andere Riester-Varianten haben bezüglich Wachstums derzeit Probleme. Exemplarisch liegen Banksparverträge mit nun 715.000 Policen (Rückgang gegenüber Ende 2017 um 11.000 Verträge) auf dem niedrigsten Stand seit etwa 8 Jahren. Und auch der „Turbo“ Wohn-Riester wächst weniger dynamisch als zuletzt. Zwar konnte sich der Bestand in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Stand 31. Dezember 2017 um 7.000 auf 1,774 Millionen Verträge steigern, doch scheint der energische Neugeschäftslauf der vergangenen Jahre zuletzt etwas nachgelassen zu haben. Stärker nachgefragt sind augenblicklich Riester-Fondsprodukte. So konstatiert die Fondsbranche Ende des Quartals 2018 einen Bestand von 3,252 Millionen Policen und somit ein Wachstum im Vergleich zum Stand 31. Dezember 2017 von 19.000 Investmentfondsverträgen.

Quelle: www.bmas.de